jetzt.30 sec.gegenwart. Linz nov/dez 2017
dare alla luce, dezember 2017, mantua

05.05.2017 - 18.06 2017 freigestellt, Maria Meusburger-Schäfer, Kunst im Kabinett, Galerie Schloß Parz

Bei jedem Aufwachen kann man darüber staunen, dass man überhaupt an das ich des Vortages anknüpfen kann und es nicht gänzlich verschwunden ist. Die Zeit trägt, doch man kann sich nicht auf sie verlassen, sie trägt auch davon, Was man gerne festgehalten hätte und sie entfernt von einem Ort, wo man gerne geblieben wäre (…) Rüdiger Safransky „Zeit“ 

Ich trete über eine Schwelle, nehme das Aufbauschen des schweren Stoffes wahr und die Dunkelheit dahinter. Intuitiv fotografiere ich, ohne genau hinzusehen, von außen nach innen, drehe mich um, und mache das zweite Bild von innen nach außen. Ein Luftzug öffnet den blauen Vorhang. Man spürt die Kraft des Luftzugs. Wir sehen einen Übergang – sehen den Zwischenbereich unbekannter Räume vor und hinter dem blauen Tuch. Wir sehen Licht. Mir gefällt das Italienische „Dare alle luce , „ans Licht geben“ für das deutsche „gebären“. Es ist ein poetischer Ausdruck für das gewaltige Ereignis der Geburt und des Neubeginns. Dafür müssen wir eine Schwelle passieren. Ich denke, das ist die Bedeutung von Weihnachten.